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Marathonmann

Marathonmann

Wie oft kommt es vor, dass eine junge Band schon mit dem zweiten Album eine Eigenständigkeit erreicht hat, die so signifikant ist, dass man bereits nach wenigen Sekunden weiß, wer und was da aus den Boxen schallt? MARATHONMANN aus München können genau das von sich behaupten. Die ersten Takte von „Alles auf Null“, dem Opener des neuen Werks „… und wir vergessen was vor uns liegt“, machen sofort deutlich, wie sehr diese Band bereits in ihrer eigenen Nische angekommen ist. Und das nach ganzen zwei Jahren Existenz.

„Das Leben ist kein Sprint auf einer Laufbahn, sondern ein Marathon durch unwegsames Gelände. Vergiss niemals, was noch vor dir liegt.“

In diesem Sinne gehen MARATHONMANN weiter ihren Weg, beißen bei Widrigkeiten auf die Zähne und sammeln nebenbei allerlei Geschichten vom Straßenrand des Lebens auf, die genau deshalb funktionieren, weil sie echt sind. „Abschied“ zum Beispiel ist ein Song, der in seiner entwaffnenden Ehrlichkeit sofort ins Ziel trifft. „Dieser Song bedeutet mir sehr viel“, erklärt Lettner. „Es geht um das Verhältnis zu meinem Großvater, der eine der wichtigsten Personen in meinem Leben war und von dem ich vieles gelernt habe. Sein Tod hat mich sehr getroffen, aber seine Geschichten und meine Erinnerungen an ihn werden mich ein Leben lang begleiten.“ Andere Lieder haben vielleicht einen weniger konkreten Hintergrund, sind aber nicht minder persönlich, zum Beispiel „Onkalo“, der heimliche Titeltrack zum Album: „Blind durchs Leben zu gehen und einfach zu vergessen, was um einen herum oder in einem selbst passiert, ist der falsche Weg. Dinge wegzusperren nach dem Motto ‘aus den Augen aus dem Sinn‘ funktioniert nur eine gewisse Zeit lang. Nur, wer nicht weg sieht und sich diesen Dingen stellt, hat eine Chance, seine Zukunft zu gestalten. Vergiss nicht, was in dir ist, vergiss nicht, was um dich herum passiert, vergiss nicht was vor dir liegt.“ Dann wäre da noch „Alles auf Null“, das MARATHONMANN schon auf den letzten Shows zum Besten gegeben haben: „Man gibt sich auf. Man merkt, dass man sein Leben verschwendet hat. Irgendwann weiß man nicht mal mehr, warum man so geworden ist. Es ist einfach passiert und man hat es so hingenommen. Wenn der Wunsch kommt, doch noch einmal von Null zu starten, ist es zu spät.“ Und natürlich gibt es „Diese Hände“, die erste Single zu „… und wir vergessen was vor uns liegt“: „Dieser Song handelt von der Wut, die uns Menschen zerstören, aber auch antreiben kann. Gefangen in diesem Strudel sind wir blind für jede Hilfe, die uns von außen angeboten wird.“

Wie schon die „Kein Rückzug Kein Aufgeben“-EP produziert von Aljoscha Sieg in den Pitchback Studios in Köln, zeigen die zwölf neuen Songs von „… und wir vergessen was vor uns liegt“ auf beeindruckende Art und Weise, dass MARATHONMANN ihren Weg gefunden haben. Dies hier hat Hand und Fuß, ist besonders und eigen. Deutschsprachiger Postpunk mit Einflüssen aus allen möglichen Richtungen, viel Herz und Tiefe. Und diese Qualität wird sich durchsetzen. Der große Sturm wird kommen. Alles eine Frage der Zeit.

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